Heinz-Klaus Metzger


Geboren am 6. Februar 1932 in Konstanz, gestorben am 28. Oktober 2009 in Berlin.

Kindheit in Konstanz und Dortmund. Nach dem vorzeitigen Abitur absolvierte er die Meisterklasse für Klavier von Carl Seemann an der Freiburger Musikhochschule, wo er auch Dieter Schnebel kennenlernt. Anschließend geht er nach Paris, um dort bei dem Schönberg-Schüler Max Deutsch Komposition zu studieren. Daran schließen sich Studien bei Rudolf Kolisch an der Städtischen Akademie für Tonkunst in Darmstadt an. Fast von Anbeginn seiner Aktivität zog er sich auf Theorie, Kommentar und Kritik zurück. Bei den Kranichsteiner, später den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik kommt es ab 1950 zu entscheidenden Begegnungen u.a. mit Edgard Varèse, Theodor W. Adorno, René Leibowitz, Olivier Messiaen, Luigi Nono, Karlheinz Stockhausen sowie Pierre Boulez, dessen Übersetzer er später für eine Zeitlang wurde.

Während der »heroischen Jahre« der seriellen Musik in Paris, Darmstadt und Köln wirkte er als deren Propagator (Mitarbeiter der Schriftenfolge die Reihe, Wien, seit 1955), trat schließlich ab 1958 als erster europäischer Exeget John Cages auf und wurde Wortführer der kompositorischen Anarchie (u.a. mit dem Kölner »Manifest« von 1960 und als Redaktionsmitglied von Collage, Palermo).

In den fünfziger und sechziger Jahren lebt Metzger an wechselnden Orten in Deutschland, Frankreich, Italien, Tunesien und der Schweiz, arbeitet zeitweise als Musikkritiker in Köln als Musikkritiker der Kölnischen Rundschau und hält Vorlesungen in Stockholm und Krakau. Von 1965 bis 1968 berichtete er als Musikkritiker der Weltwoche in Zürich aus ganz Europa. 1969 gründete er gemeinsam mit Rainer Riehn das Ensemble Musica Negativa, das sich bis 1992 der Aufführung radikaler Musik widmete.

Von 1977 bis 2003 gaben Metzger und Riehn die Reihe Musik-Konzepte (edition text + kritik) heraus. Für diese Tätigkeit erhielten sie 1983 den Deutschen Kritikerpreis, der vom Verband der deutschen Kritiker e.V. vergeben wird.

Von Gary Bertini 1987 mit der Chefdramaturgie der Oper Frankfurt am Main betraut, initiierten sie den Kompositionsauftrag für John Cages erste zwei Opern, die Europeras 1 & 2.

Von 2006 bis 2010 erschienen im Stroemfeld-Verlag (als Fortsetzung der eingestellten »Musik-Konzepte«) vier Bände der Reihe »querstand«.

Im Jahre 1998 verlieh die Berliner Hochschule der Künste (die heutige Universität der Künste) Heinz-Klaus Metzger die Würde eines Ehrendoktors der Philosophie. 2004 erhielt er einen Ehrendoktor der Universität Palermo.

Metzger und Rainer Riehn sind die Herausgeber der Kompositionen Theodor W. Adornos. Ein Buch mit gesammelten Schriften von Heinz-Klaus Metzger erschien 1980 bei Suhrkamp: Musik wozu. Literatur zu Noten, hgg. von Rainer Riehn. In Vorbereitung ist die Edition des Briefwechsels zwischen Theodor W. Adorno und Heinz-Klaus Metzger bei Suhrkamp.

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